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[Ausflugstipp-Schwarzwald] Wandern in der Wutachschlucht und im Lotenbachklamm

Die Wanderung kann auch an der Schattenmühle beginnen.
Die Wanderung kann auch an der Schattenmühle beginnen.

Heute möchte ich von meiner ersten Wanderung seit Schulzeiten erzählen. Die letzte Wanderung war 2001. Ein Jahr, an das man sich sehr gut erinnern kann. Während der Klassenreise ging es an einem Tag zu Fuß von Flensburg nach Glücksburg. Knappe zehn Kilometer Strecke. Das habe ich gerade bei GoogleMaps nachgeschaut, denn an weitere Details kann ich mich nicht wirklich erinnern…
Als Stadtkind im Hamburger Umland war Wandern als Hobby auch nie wirklich präsent gewesen. Dort oben im Norden sind Aktivitäten rund ums Wasser doch etwas gängiger. Nichtsdestotrotz zog es mich auch nicht ins oder ans Wasser. Bewegung gab es ja durch allerlei andere sportliche Aktivitäten, denen ich bis heute nachgehe (Fechten, Eislaufen, Fußball…) mehr als genug.
Heute hat sich zwar an dem Stadtkind-Dasein immer noch nichts geändert. Ich wohne mitten in Freiburg, aber die Lage der Stadt schreit förmlich danach das Wandern auszuprobieren. Die erste Wanderung führte also in die Wutachschlucht, die eine knappe Autostunde von Freiburg entfernt liegt.
Die offizielle Wandersaison in der Schlucht beginnt Ende April und geht bis Anfang Oktober. In der Zeit fährt nämlich ein Wanderbus zwischen dem westlichen Einstieg in die Schlucht (Schattenmühle) und dem östlichen Einstieg (Wutachmühle). Die Haltestellen werden im Stundentakt angefahren. Den Fahrplan findet ihr HIER.
Meine Begleitung und ich waren Mitte März unterwegs, wo der Bus noch nicht fuhr. Da wir ohnehin aus unterschiedlichen Richtungen anreisten, hatten wir zwei Autos zur Verfügung, weshalb der eine am Wanderparkplatz Lotenbachklamm sein Auto abstellen konnte und der andere seins am Kiosk Wutachmühle. Am Lotenbachklamm gibt es aber auch eine Bushaltestelle bzw. kann man von der Schattenmühle den kleinen Abschnitt auch hochlaufen, falls man nur einen kleinen Spaziergang machen möchte. Die genauen Anreisemöglichkeiten fasse ich euch am Ende noch einmal zusammen.

Märzenbecher säumten den Wegesrand.
Märzenbecher säumten den Wegesrand.
Einer der Photospots auf der Route.
Einer der Photospots auf der Route.
Es ging auch eine Wurzeltreppe hinauf.
Es ging auch eine Wurzeltreppe hinauf.

Die Wanderung beginnt

Unsere Wanderung begann also oben am Lotenbachklamm. Dieser Abschnitt zu Beginn war mit einer der schönsten. So grün und überall so viele Wasserfälle. (Bedenke: hier schreibt ein Wanderneuling und Stadtkind) So etwas habe ich vorher noch nie gesehen. Dementsprechend musste ich gefühlt auch alle fünf Meter erstmal anhalten, staunen, filmen und fotografieren. Die ganze Szenerie konnte ich fotografisch gar nicht einfangen, sodass es dem Ganzen gerecht geworden wäre. Auf dem Video ist mir dies etwas besser gelungen und man bekommt einen Eindruck wie schön es dort ist.
Nach einer Weile auf dem Weg tat sich das erste Hindernis auf, ja es werden noch weitere folgen. Der Weg war durch die Fluten plötzlich abgeschnitten. Was tuen? Wir drehten um und liefen ein kleines Stück zurück. Dank des GPS Geräts meiner Begleitung entdeckten wir oberhalb unserer Köpfe einen Weg, der mehr oder weniger parallel zur ursprünglichen Route verlief. Statt noch weiter zurückzulaufen um auf diesen Weg zu gelangen, nahmen wir eine “Abkürzung” und kletterten ein kleines Stückchen querfeldein hoch. Auf dieser Ausweichstrecke trafen wir einen Wanderer, der die Wanderung von der Wutachmühle aus begonnen hatte. Er erzählte von einem abgeschnittenen Weg kurz nach seinem Start… Mit dieser Info im Hinterkopf setzten wir unsere Wanderung fort. Es ging hoch und runter und an manchen Stellen war der Weg ganz schön eng geworden. Ab und zu wurde mir doch ein wenig mulmig. Aber die Aussicht und die Natur haben alles entschädigt, wirklich gefährlich war es zu keiner Zeit.
Nach knapp über der Hälfte der Strecke machten wir eine Pause. So langsam merkte ich auch meine Beine und meinen Rücken. Der Proviant (vor allem die Getränke) waren nicht gerade leicht und das mitgeschleppte Stativ stellte sich als unnötig heraus, da es gar nicht zum Einsatz kam… nächstes Mal bin ich definitiv schlauer! Eine Langzeitbelichtung von den Wasserfällen kann man auch mit dem iPhone machen. Natürlich sind Fotos mit einer DSLR qualitativ hochwertiger, keine Frage, aber meinen Ansprüchen genügt es. Insgesamt war ich übrigens mit drei Kameras unterwegs, dem iPhone, der kleinen Canon G7X, mit der ich das meiste gefilmt habe und der großen Nikon D7500 mit zwei Objektiven. Auch hier eine Notiz für das nächste Mal: ein Objektiv reicht vollkommen aus! Ich benutze als Allroundobjektiv ein 18-250 mm Macroobjektiv von Sigma. Das ist für solche Touren perfekt! Man hat genügend Zoom und Dank der Makrofunktion kommt man auch recht nah an Objekte ran.

Servicelink/Affiliatelink:

Im Lotenbachklamm begleitete uns dieses Flüsschen.
Im Lotenbachklamm begleitete uns dieses Flüsschen.
Flechten - Aufnahmen mit dem Macro-Objektiv.Flechten - Aufnahmen mit dem Macro-Objektiv.
Flechten – Aufnahme mit dem Macro-Objektiv.
Pilze auf einem Baumstamm - Aufnahme mit dem Macro-Objektiv.
Pilze auf einem Baumstamm – Aufnahme mit dem Macro-Objektiv.

Es ging auch durch das Wasser …

Wenige Kilometer vor dem Ziel war es dann soweit. Unser Weg wurde, wie vom anderen Wanderer angekündigt, erneut abgeschnitten. Option 1: man läuft wieder ein ganzes Stück zurück und umgeht diese Stelle. Option 2: man zieht seine Schuhe aus und wartet die paar Meter durch das eiskalte Wasser. Angesichts der Fortgeschritten Stunde, im Dunkeln wollten wir auch nicht angekommen, entschieden wir uns für Option 2. Zähne zusammenbeißen und durch. Es waren auch nur 3-4 m bis zur anderen Seite, Zurücklaufen und die Stelle umgehen, wäre wirklich die schlechtere Alternative gewesen. Auf der anderen Seite angekommen, trockneten wir unsere Füße ab und gingen stolz weiter, dass wir uns überwunden haben. Immerhin konnten wir uns vorsichtig am Rand längs bewegen und mussten nicht direkt den gesamten reißenden Fluss durchqueren. Für mich hätte der eine Abstecher ins Wasser auch gereicht, doch unser Weg wurde ein drittes Mal abgeschnitten. Dieses Mal stand der Weg einige Meter mehr unter Wasser. Jetzt kneifen wäre aber absolut nicht in Frage gekommen, also zogen wir unsere Schuhe erneut aus, krempelten die Hosen hoch und liefen durch das kniehohe Wasser. Nach insgesamt 17 Kilometern (inkl. erstem Umweg) und 7:45 Stunden später sind wir dann am Ziel angekommen. Die Zeit mag erfahrenen Wanderern eventuell etwas lang vorkommen für die Strecke, doch der Fokus der Tour lag auch auf dem Fotografieren und Filmen. Noch ein paar Worte zur Beruhigung: durch das Wasser laufen gehört nicht zum Standardanforderung an die Strecke. Mitte März führt die Wutach einfach viel Wasser und trat deshalb öfters über den Weg. Die beste Zeit für die Route wird nicht umsonst zwischen Mai und Oktober angegeben.

Blick auf die Wutach.
Blick auf die Wutach.
Der Fluss trat an mehreren Stellen über das Ufer und überschwemmte den Wanderweg.
Der Fluss trat an mehreren Stellen über das Ufer und überschwemmte den Wanderweg.
Überall gab es kleine Wasserfälle.
Überall gab es kleine Wasserfälle.

Mein Fazit zur Wanderung durch die Wutachschlucht

Mir hat es großen Spaß gemacht und definitiv Lust auf weitere Touren geweckt. Übrigens kommen Geocaching Freunde ebenso auf ihre Kosten, insgesamt sind drei Caches auf der Route versteckt. Einem Wanderanfänger würde ich die Strecke nur teilweise empfehlen. Sie wird auf der offiziellen Homepage als mittelschwer eingestuft, dem kann ich voll zustimmen. Die Strecke ist nicht gerade kurz und es gibt einige Steigungen. Eine gewisse Grundkondition sollte man da schon vorweisen und auf keinen Fall alleine unterwegs sein. Falls es doch zu Notfällen kommt, die einzelnen Abschnitte sind in Zonen eingeteilt, wodurch Rettungskräfte einen schneller finden können. Allerdings ist die Netzabdeckung nicht überall gegeben, falls man wirklich Hilfe rufen muss. Bei kleineren „Verletzungen“: Ein Erste-Hilfeset mit (Blasen-)Pflastern kann ich nur empfehlen. Die Route ist aber wiederum sehr beliebt, sodass andere Wanderer notfalls auch helfen können. Falls man keine passende Begleitung findet, es gibt auch geführte Wandertouren.

Das Video zur Wanderung

Wanderung in der Wutachschlucht März 2019
Wutachschlucht

Alle Informationen auf einen Blick

Route: Lotenbachklamm zur Wutachmühle
Streckenlänge: 14 km
Aufstieg: 327 m Abstieg: 287 m
Schwierigkeitsgrad: mittel
Beste Wanderzeit: Mai – Oktober, im Winter wird die Route nicht empfohlen.
Anfahrt aus Freiburg mit dem Auto: Richtung Bonndorf/Gündelwangen zum Wanderparkplatz Lotenbachklamm oder für eine etwas kürzere Strecke Parkplatz Schattenmühle
Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Mit der Bahn 727 nach Neustadt (Schwarzwald), weiter mit dem Bus 7258 Richtung Bonndorf, Ausstieg Gündelwangen Lotenbachklamm
Es verkehrt ein Wanderbus zwischen Schattenmühle und Wutachmühle.
Ausrüstung: festes Schuhwerk, Proviant, genügend zu Trinken, Erste-Hilfeset
Aktuelle Informationen findet ihr HIER.

Die Bänke laden zum Verweilen und Pausieren ein.
Die Bänke laden zum Verweilen und Pausieren ein.
Die Uferseite wurde hin und wieder gewechselt.
Die Uferseite wurde hin und wieder gewechselt.
Jeder Sektor hatte einen bestimmten Buchstaben.
Jeder Sektor hatte einen bestimmten Buchstaben.
Einer der schönsten Wasserfälle auf der Route.
Einer der schönsten Wasserfälle auf der Route.

Quelle: www.wutachschlucht.de

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